Exiled Gaze | Der exilierte Blick
Filmische Positionen zu aktuellen Exilgeschichten rund um den Mexikoplatz

Juni – Oktober 2018

Exiled Gaze | Der exilierte Blick holt eine besondere Erinnerung in die Gegenwart, die eng mit dem Mexikoplatz verbunden ist: die Erinnerung an das lebensrettende Asyl, das zahlreiche Österreicher_innen auf der Flucht vor der nationalsozialistischen Verfolgung in Mexiko fanden.

Was hieß es 1942 für eine österreichische Exilantin, von Mexiko aus nach Europa zu blicken? Ihr Land in Krieg und Diktatur gefangen, Familie und Freunde Verfolgung und Vernichtung preisgegeben und die Möglichkeit der eigenen Rückkehr fraglich...

Was hat diese Geschichte mit der eines Menschen gemeinsam, der heute in Österreich Asyl gefunden hat?

Wir fragten Filmemacher_innen, die selbst solche Erfahrungen gemacht haben. Wir baten sie, uns ihre Antworten in Form von Filmen zu erzählen, in denen sie sich mit der Thematik Migration | Exil | Flucht auf künstlerische Weise auseinandersetzen und / oder (eigene) Migrationserfahrungen in ihrer Arbeit umsetzen.

Diese Filmemacher_innen sind aus den verschiedensten Ländern nach Österreich gekommen. Manche von ihnen flohen vor Krieg und Verfolgung in der eigenen Heimat; sie erhielten Asyl – in einem Land, aus dem vor nicht allzu langer Zeit die eigenen Bürger_innen um ihr Leben rennen mussten.

So setzen sie historische Geschichten von Flucht und Exil in Beziehung zur Gegenwart. Sie blicken auf den Mexikoplatz und verschränken ihre eigenen Erfahrung der Flucht nach Österreich mit der Geschichte von Verfolgung und Flucht aus Österreich nach 1938.

Österreichische Künstler_innen mit oder in Auseinandersetzung mit Migrationshintergrund schreiben an der Geschichte Österreichs mit und machen sie damit wirklicher. Denn ihre Geschichte ist Teil unserer Geschichte – und umgekehrt. Ihr Blick löst Diskussion aus, gibt Anreiz zur öffentlichen Auseinandersetzung und macht gegenwärtige Perspektiven von Migration und deren Einschreibung als aktuelle Erinnerungskulturen sichtbar.

Kuratorin des Projektes ist die Filmwissenschaftlerin Doris Posch.

Die Eröffnung von Exiled Gaze | Der exilierte Blick findet am 7. Juni 2018 am Mexikoplatz im Rahmen eines öffentlichen Screenings statt.

Weitere Filmgespräche | Workshops | Installation | Impulse der Filmemacher_innen und Künstler_innen finden zwischen Juni und Oktober 2018 am Mexikoplatz statt.